Der Islam

Die Bedeutung des Wortes «Islam» zu erläutern.

Das Wort «Islam» stammt von der arabischen Wurzel «s-l-m» und kann mit Begriffen wie «Hingabe, Ergebenheit, Unterwerfung» umschrieben werden. Das Wort «Salam», das von derselben Wurzel abgeleitet wird, bedeutet soviel wie «Frieden», daher der islamische Gruß «As-Salamu alaikum» - «Der Friede (Gottes) sei mit dir». Ebenfalls von derselben Wortwurzel stammt der Ausdruck «Muslim/Muslima» was jemanden bezeichnet, der sich dem Willen des einzigen Gottes unterworfen hat und deshalb in Frieden mit sich, der Schöpfung und dem Schöpfer lebt.


Die Glaubensgrundlagen

Dieses Jenseits ist das eigentliche Ziel jeglicher Handlung des Muslims. Das Leben auf dieser Erde stellt in diesem Sinne eine Prüfung dar, in der die Weichen für das jenseitige Leben gestellt werden. Am «Tage des Gerichts» wird der Mensch für seine Taten von Gott zur Rechenschaft gezogen werden. Niemandem wird dabei nur das geringste Unrecht geschehen:

«Wer Gutes im Gewicht eines Stäubchens getan, wird es sehen; und wer Böses im Gewicht eines Stäubchens getan, der wird es ebenfalls sehen.» (Koran 99:8).

Am Ende stehen dann das Leben im Paradies oder in der Hölle. Jeder Mensch wird unschuldig geboren. Erst wenn er das Stadium der eigenen Urteilskraft erreicht hat, d.h. wenn er fähig ist, gut und böse zu unterscheiden, kann er zur Verantwortung für seine Taten gezogen werden. Dabei haben alle Menschen, ob Mann oder Frau, schwarz oder weiss, arm oder reich denselben Stellenwert vor Gott und dem Gesetz. Das einzige, das sie unterscheidet, ist der Grad ihrer Gottesfurcht und ihre Nähe zum Schöpfer

« O ihr Menschen, Wir haben euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völker und Stämmen gemacht, der Geehrteste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste von euch. Gewiß, Allah ist Allwissend und Allkundig. » (Koran 49:13)

« Und als dein Herr zu den Engeln sagte: „Ich bin dabei, auf der Erde einen Statthalter einzusetzen“, da sagten sie: „Willst du auf ihr etwa jemanden einsetzen, der auf ihr Unheil stiftet und Blut vergießt, wo wir Dich doch lobpreisen und Deiner Heiligkeit lobsingen?“ Er sagte: „Ich weiß, was ihr nicht wisst.“» (Koran 2:30).

Ihm wurde die Erde zur Verfügung gestellt, um sie sich zunutze zu machen. Er darf dabei aber nicht vergessen, dass ihm die Erde mit all ihrer Flora und Fauna nur für eine bestimmte Zeit zur Verfügung gestellt wurde und er nicht der eigentliche Besitzer ist. Er ist Träger des göttlichen Vertrauenspfandes und infolge seiner Willensfreiheit gegenüber sich und der gesamten Schöpfung verantwortlich. Aus diesem Grundsatz lässt sich die islamische Umweltethik ableiten: da der Mensch nicht der Besitzer der Schöpfung ist, hat er kein Recht dazu, ihr irgendeinen Schaden zuzufügen. Er ist dafür verantwortlich, dass er sie seinem Schöpfer in dem Zustand «übergibt», in der er sie erhalten hat.

Wie einige andere Propheten vor ihm erhielt auch Muhammad eine schriftliche Offenbarung, den Koran. Er wurde ihm im Laufe von 23 Jahren schrittweise offenbart und ist Warnung und «Rechtleitung für die Menschen»

« Der Monat Ramaḍān (ist es), in dem der Qurʾān als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klare Beweise der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch während dieses Monats anwesend ist, der soll ihn fasten, wer jedoch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, (der soll) eine (gleiche) Anzahl von anderen Tagen (fasten). Allah will für euch Erleichterung; Er will für euch nicht Erschwernis, – damit ihr die Anzahl vollendet und Allah als den Größten preist, dafür, daß Er euch rechtgeleitet hat, auf daß ihr dankbar sein möget. » (Koran 2:185)

Der Koran ist Gotteslehre, Morallehre und Gesetz in einem. Er wird dabei erläutert und ergänzt durch die «Sunna,» dem vorgelebten Beispiel des Propheten. Wird der Koran unter einem wissenschaftlichen Gesichtspunkt untersucht, so stellt sich heraus, dass er viele Aussagen enthält, die in der damaligen Zeit (vor rund 1400 Jahren) noch vollkommen unbekannt waren und deshalb nicht von einer menschlichen Quelle her stammen können (vgl. z.B. Koran 21:30 über die Entstehung des Universums, Koran 55:33 über die Eroberung des Weltraumes durch den Menschen oder Koran 75:37-38 über die Zeugung und Entwicklung des Menschen in der Gebärmutter).

« Sehen denn diejenigen, die ungläubig sind, nicht, dass die Himmel und die Erde eine zusammenhängende Masse waren? Da haben Wir sie getrennt und aus dem Wasser alles Lebendige gemacht. Wollen sie denn nicht glauben? » (Koran 21:30)

« O ihr Gesellschaft der Ğinn und der Menschen, wenn ihr aus den Bezirken der Himmel und der Erde hinausdringen könnt, so dringt doch heraus. Ihr werdet nicht herausdringen, außer mit einer Ermächtigung. » (Koran 55:33)

« Ist er nicht ein Tropfen von Samenflüssigkeit, die ausgespritzt wird, hierauf ein Anhängsel gewesen? Da hat Er erschaffen und zurechtgeformt » (Koran 75:37 - 38)